Für die Auswahl einer passenden Gaming-Maus erläutern dir viele Ratgeber hauptsächlich technische Aspekte und Kennzahlen, wie Sensoren, DPI oder Polling Rate. Die technisch hochwertigste Maus ist jedoch sinnlos, wenn sie zu schmerzhaften Krämpfen oder gar zu Langzeitschäden wie dem Mausarm beiträgt.

Nur wenn das Spielgerät anatomisch mit deiner Hand harmonisiert, kannst du auch langfristig komfortabel, schmerzfrei und auf deinem höchsten Niveau zocken. Wir zeigen dir im folgenden Guide, auf was du diesbezüglich achten solltest.

Welche Gaming Maus für große Hände und für kleine Hände?

Für die Bestimmung der idealen Maus solltest du zuerst einmal deine Handgröße beachten. Bei zu großen Mäusen musst du die Finger übermäßig strecken und zu kleine sind schwieriger fest zu umfassen. Beides ist nicht angenehm und kann für Schmerzen im Handgelenk und Arm sorgen.

schwarze Computermaus

Um Schmerzen und Langzeitschäden vorzubeugen, solltest du bei der Auswahl deiner Gaming-Maus nicht nur auf technische Werte, sondern auch und vor allem auch auf ergonomische Aspekte achten. (Foto: CastoroGabriele / pixabay.com)

Um die Größe etwas systematischer zu bestimmen, empfiehlt es sich, deine Hand zu vermessen. Hierzu misst du am besten auf der flachen Hand mit einem Lineal den Abstand vom Handgelenk bis zur Spitze deines Mittelfingers. Gemäß dieser Strecke kannst du deine Größe ungefähre folgendermaßen bestimmen:

Länge Handgröße
Unter 17 cm Kleine Hand
17-19 cm Mittelgroße Hand
19-21 cm Große Hand
Über 21 cm Sehr große Hand

Je nach Prankengröße solltest du nach vergleichsweise großen, mittleren bzw. kleinen Nagern Ausschau halten, um ein komfortables und ergonomisches Spielerlebnis zu erhalten. Bedenke jedoch, dass die optimale Mausgröße nicht nur von der Länge deiner Handfläche, sondern auch von deiner Griffart abhängt.

Manche Hersteller bieten die Mäuse in mehreren Größen an. Wenn im Produktnamen oder in der Produktbeschreibung ein „Mini“, „Micro“ oder „Mobile“ vorkommt oder wenn von einer „Notebook“ oder „Laptop“ Maus die Rede ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein kleines Modell.

Ansonsten kannst dich nach den Maßangaben der Hersteller richten und diese vergleichen. Verlasse dich jedoch nicht zu sehr auf die von Amazon angegebenen „Produktabmessungen“, diese können sich nämlich auch auf die Verpackung beziehen. Natürlich geht hier Probieren über Studieren und ein Größenvergleich im Elektromarkt ist immer noch das Nonplusultra.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Suchmaschine nach einer Gaming Maus für deine Größe zu befragen. Am nützlichsten sind Forumsbeiträgen oder Einträge in Frage- und Antwortplattformen, wo Betroffene nach Ähnlichem suchen und Empfehlungen erhalten.

Was sind Rechtshänder-Maus, Linkshänder-Maus und symmetrische Maus?

Aus ergonomischer Sicht solltest du weiters bedenken, ob du Rechts- oder Linkshänder bist. Viele Gaming Mäuse werden ergonomisch für Rechtshänder konzipiert. Sie sind oft etwas nach links gebogen und die Daumentasten befinden sich auf der linken Seite.

Eine solche Maus wäre für Linkshänder eine ergonomische Katastrophe. Für diese werden ein paar Modelle angeboten, die dann nach rechts gekrümmt sind und bei denen die Daumentasten rechts angebracht sind.

Deutlich mehr Auswahl haben Linkshänder jedoch, wenn sie sich für eine symmetrische Maus entscheiden. Diese ist beidhändig verwendbar und wird oft auch als ambidextrous-Maus bezeichnet. Bei gut designten Modellen kannst du hier alle Zusatztasten mit beiden Händen gut erreichen.

Mitunter wird jedoch berichtet, dass die Tasten bei angeblich beidhändig verwendbaren Computermäusen speziell für Rechtshänder platziert sind. In diesem Fall solltest du ein besser designtes Modell suchen oder zumindest sicherstellen, dass die Tastenbelegung per Software umgestellt werden kann.

Es werden ergonomisch für Rechtshänder optimierte Mäuse angeboten, sowie auch (einige) Mäuse für Linkshänder. Zusätzlich gibt es noch beidseitig verwendbare Nager.

Mausgriffe: Was sind Palm Grip, Claw Grip und Fingertip Grip?

Als dritte ergonomische Dimension gibt es noch die individuelle Griffart der Computermaus zu beachten. Grundsätzlich halten Gamer das Eigabegerät auf eine von drei Arten, wobei es in der Praxis auch oft zu Mischformen kommt.

Palm Grip

Beim Palm Grip liegt die gesamte Handfläche auf der Maus und die Bewegung geht vom Handgelenk und Unterarm aus. Dieser Allrounder-Griff ist die Standard-Bedienart der meisten Zocker und PC-Nutzer.

schwarze Maus auf Tisch

Du kannst die ungefähre Größe deiner Hand bestimmen indem du die Länge zwischen der Basis deines Handgelenks und der Spitze des Mittelfingers misst. (Foto: fancycrave1 / pixabay.com)

Das ist vermutlich der Fall, weil sich das Umschließen der Maus mit der gesamten Hand angenehm anfühlt und dadurch auch mehr Kräfte mobilisiert werden können. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Feinmotorik unter Umständen zu kurz kommt und auch schnellere Bewegungen erschwert werden.

Der Grip wird oft mit niedriger DPI-Zahl (Low Sense) verwendet und eignet sich etwas besser für Games, bei denen es um feine, fließende Bewegungen geht, als für Spiele, die vor allem schnelle Aktionen erfordern.

Da die gesamte Handfläche aufliegt, empfehlen sich speziell für Rechts- oder Linkshänder geformte Mäuse. Die Maus sollte auch größer sein und einen etwas steilen Rücken haben. Auch ausladende Ablageflächen für Ring- und Zeigefinger können sehr hilfreich sein.

Beim sehr gebräuchlichen Palm-Grip wird das Eingabegerät mit der gesamten Hand umfasst. Er eignet sich für große und asymmetrische Mäuse.

Claw Grip

Beim Claw Grip liegt der Handballen auf dem Mausrücken auf. Zudem wird die Hand zu einer Art Kralle geformt. Die Finger werden stark angewinkelt und die Fingerspitzen liegen fast senkrecht auf den Maustasten. Der Bereich zwischen Fingerspitzen und Handballen berührt das Spielgerät nicht. Die Bewegung erfolgt hier über das Handgelenk.

Mit diesem selten verwendeten Griff ist es möglich, schnellere Klick-Folgen zu realisieren sowie flinke, kurze und kontrollierte Bewegungen mit häufigen Richtungswechseln durchzuführen. Die Kralle wird dabei mit eher hoher Auflösung verwendet und gilt auf Dauer als ziemlich anstrengend.

Aufgrund der geringeren Handauflagefläche, solltest du für diesen Typ, abhängig von deiner Handgröße, eher kleinere bis mittelgroße Mäuse wählen. Zudem werden Nager mit eher flachen Rücken sowie mit symmetrischem Design empfohlen.

Fingertip Grip

Der Fingertip Grip wird als extremere Variante der Claw angesehen. Bei ihm wird die gesamte Maus mit den Fingerspitzen bewegt. Der Rest der Hand schwebt einfach über dem Eingabegerät, ohne es zu berühren.

Die Bewegung erfolgt bei diesem Stil allein durch die Finger, die eine bessere Motorik als das Handgelenk aufweisen. Das verspricht eine noch höhere Präzision und Geschwindigkeit sowie extreme Wendigkeit. Es bedeutet jedoch Einbußen an Stabilität. Der Griff gilt als besonders schwierig, anstrengend und ermüdungsanfällig.

Auch das Umgewöhnen auf den Fingertip Grip ist schwierig und wird für Anfänger nicht empfohlen. Diejenigen, die diesen Griff meistern, tun dies meist in Verbindung mit einer hohen Mausempfindlichkeit (High Sense Gaming).

Empfohlen werden hierfür sehr kleine, leichte und symmetrische Mäuse.

Der Fingertip-Grip verspricht hohe Präzision und Geschwindigkeit, gilt jedoch auch als schwierig und anstrengend. Für ihn werden kleine und symmetrische Mäuse vorgeschlagen.

Was ist eine vertikale Maus?

Wenn trotz sorgfältiger Auswahl deines deiner Gaming Nagers nach längeren Sessions Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm auftreten, solltest du vielleicht eine dezidierte Ergonomische Maus in Betracht ziehen.

Stillleben mit Maus, Tastatur und Tasse

Für den eher seltenen eingesetzten Claw-Grip werden mittelgroße bis kleine Mäuse vorgeschlagen, wie diese Logitec M185 vorgeschlagen. (Foto: Free-Photos / pixabay.com)

Eine solche ist die vertikale Maus. Der Grundgedanke ist dabei recht einfach: bei alltäglichen Verrichtungen wie dem Händeschütteln halten wir die Hand vertikal. Bei Standardmäusen müssen wir aber das Handgelenk langfristig unnatürlich verrenken.

Falls du trotz sorgfältiger Auswahl deiner Maus beim Zocken Schmerzen oder Krämpfe entwickelst, solltest du vielleicht auch für das Gamen auf eine vertikale Maus umsteigen.

Bei diesen Mäusen ist die Anlagefläche der Hände fast vertikal und sie können in der natürlichen Handposition bedient werden. Dadurch steht die Armmuskulatur nicht ständig unter Spannung.

Die angebotenen Modelle sind meist nicht dezidiert fürs Gaming optimiert. Solange du jedoch kein Profi bist, sollten dir kleine Abstriche in DPI-Zahl und Polling Rate jedoch keine großen Probleme bereiten. Zudem könnte eine Erhöhung des Komforts neben deiner Gesundheit auch deine Gaming-Performance verbessern.

Fazit

In diesem Artikel haben wir ergonomische Aspekte von Gaming Mäuse behandelt. Um Beschwerden durch das Zocken zu vermeiden, solltest du bei der Mauswahl, deine Griffart deine Handgröße sowie die Frage, ob du Links- oder Rechtshänder bist, berücksichtigen.

Da also die Wahl von mehreren Faktoren abhängt, kann keine abschließende Empfehlung abgeben werden. Dennoch lässt sich zusammenfassend darstellen, welche anatomischen Faktoren für sich genommen, für welche Designart sprechen.

Maus Design Greif- / Handtyp
Asymmetrisch / Rechts oder Links Palm-Grip
Symmetrisch / beidseitig Claw-Grip oder Fingertip-Grip
eher klein Claw-Grip oder Fingertip-Grip / kleine Hand
eher groß Palm-Grip / große Hand

Hast du trotz sorgfältiger Auswahl immer noch Probleme, so kannst du auch auf eine dezidiert ergonomische Ausführung wie die vertikale Maus umsteigen. Zudem kannst du auch überprüfen, ob das Problem vielleicht auch an einer falschen Tastatur liegt.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.pcwelt.de/produkte/Die-besten-Gaming-Maeuse-im-Test-9961859.html


[2] http://www.ergovancouver.net/perfit_hand_size_chart.htm


[3] http://www.rigged.de/tipps-tricks-hardware/mausguide-fingertip-claw-palm-grip-21144/

Bildquelle: Luca Bravo / unsplash.com

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